Gesetzlich Versicherte
4. Achtung und Wertschätzung
Das "anders sein " des Partners als Bereicherung ansehen !
Respekt und Achtung werden in vielen Partnerschaften gar nicht mehr als fehlend wahrgenommen, im Gegenteil: die Meisten weisen das Fehlen weit von sich. Das Maß an alltäglicher Respektlosigkeit in Form von ins Unrecht setzen, Entwerten, Dominieren und Manipulieren ist so eingeschliffen, dass es als normal beschönigt, ja sogar verteidigt wird. Nachstehend ein paar Beispiele alltäglicher Respektlosigkeit:
-Du beschwerst Dich bei anderen über Deinen Partner.
-Du flirtest und machst Komplimente auf der Frau/Mann-Ebene.
-Du stellst Deinen Partner hinter die Kinder, oder stellst die Eltern-Beziehung über die Paarbeziehung.
(womit Du übrigens auch die Kinder überforderst )
-Du bittest Deinen Partner nicht mehr etwas zu tun, sondern forderst es als normale Hilfe ein und bist sauer, wenn er/ sie nein sagt.
-Dein Tonfall wird mehr und mehr die Missachtung für den Anderen ausdrücken.
Diese Missachtung steigert sich unmerklich zur Verachtung für das andere Geschlecht. Die Verachtung der Männer für Frauen ist seit Jahrhunderten offensichtlich und auch öffentlich. (Gewalttätigkeiten; schlechtere Bezahlung; Verweigerung gleicher Rechte, etc.)
Die Verachtung der Frauen für Männer ist verdeckt, aber genau so weit verbreitet und verheerend, nur eben weniger öffentlich. (Abwertung des männlichen Status; Erpressen mit Gefühlen; Aberkennen gleicher Rechte auf die Kinder nach einer Trennung, etc.)
Wenn du in einer Haltung von Achtung und Respekt bist, dann bist Du begeistert über den Partner. Das Anderssein, das die Phase der Verliebtheit kennzeichnet und was in dieser Phase sogar als toll emfunden wird.
Du bist dann aus Deiner "Verachtung" über das andere Geschlecht ausgestiegen, also aus dem negativen Haltung darüber, wie das andere Geschlecht ist. Doch leider ist das negative Meinungsbild über das andere Geschlecht so stark, so normal und so alltäglich, dass 90% der Beziehungen nach demselben Schema verlaufen. Die Verliebtheit hört automatisch nach spätestens 2 jahren auf und der Geschlechterkampf beginnt von vorne.
Diese negative Haltung wird dann in dem Wort „typisch Männer bzw. typisch Frauen“ ausgedrückt, Nicht nur dadurch wirst du immer weniger bis gar keine Kommunikation und am Schluß auch keine Sexualität mehr haben.
Beispiel: Eine Frau beschwert sich bei Ihrer Freundin, dass ihr Mann ihr zum letzten Geburtstag doch tatsächlich einen Turbobackofen geschenkt habe [...dieses Arschloch ]
Braucht der Mann jetzt einen Ratgeber: Wie mache ich es meiner Frau recht? Nein! Kaum ein Mann hat je in den ersten drei Monaten des Verliebseins seiner Freundin einen Backofen geschenkt. Jeder Mann weiß, dass das nicht wirklich gut ankommt.
Wenn sich jedoch etwas auf der energetischen Ebene etwas zwischen den Beiden ändert, bestätigt er nur noch mehr die Haltung, die seine Frau über ihn hat.
Er hat eine Botschaft für sie und die lautet: Wenn ich nicht mehr bekomme, was ich will, kriegst Du auch nicht mehr das, was Du willst. Ich fühle mich missachtet und respektlos behandelt.
In einer negativen Haltung über das andere Geschlecht verschwinden Wertschätzung und Hochachtung wie in einem schwarzen Loch. Um diese innere Haltung zu wandeln, bedarf es Deiner Bereitschaft, dir einzugestehen und anzuerkennen, wie es um deine Beziehung steht, was die meisten vermeiden, indem sie sich die Beziehung lieber schön reden.
Aber solange Du die Wahrheit nicht sagst, wirst Du das leben müssen, was im Augenblick in deiner Beziehung Thema ist!
Wenn Du dauerhaft etwas ändern willst, müsstest Du zurück zum Ursprung deiner Einstellung zum anderen Geschlecht. Das ist bei deinem jetzigen Partner der Zeitpunkt, an dem die Phase der Verliebtheit endete und die Ära des Misstrauens, Missachtens und der Respektlosigkeit begann.
Wenn Dein Partner Dich liebt, und nur wenn er Dich liebt, wird er Deine begeisternde und positive Haltung in jedem Fall mit seinem ganzen positiven „Sein“ bestätigen, genauso wie umgekehrt mit einem negativen.
Wie ist die negative Haltung über das andere Geschlecht entstanden?
1.Die Haltung zum anderen Geschlecht ist geprägt:
a)aus Erfahrungen vorheriger Beziehungen: Vielleicht hast Du Dir geschworen, der nächste Partner wird ganz anders als der Vorherige, um dann festzustellen, es ist alles irgendwie gleich, eben nur ‚anders’.
b)aus dem Beobachten der Beziehung Deiner Eltern, die genauso gefangen waren im Geschlechterkampf wie Du. Hast Du schon mal gedacht: ich werde nie wie meine Mutter/mein Vater? um dann festzustellen: Du bist auf dem direkten Weg dahin.
(Einige haben die Eltern sogar überholt)- Dein Partner entwickelt sich zu dem Elternteil, welches Du ablehnst. Du hast das Gegenteil geheiratet, um dann festzustellen, nun fehlt die andere Seite.
2. Die Haltung zum anderen Geschlecht ist gesellschaftlich geprägt
a)Es besteht der Anspruch auf Gleichheit der Geschlechter, was eine Ablehnung und Missachtung des Anders-Seins zur Folge hat. Die Folgen des einseitigen Angepasstwerdens zeigen sich unter anderem in der Kindererziehung: Jungen sollen sich wie Mädchen ruhig verhalten. Sich wild, laut und jungenhaft zu verhalten, ist unbequem und wird abgelehnt. Da bei vielen alleinerziehenden Müttern in den ersten ca. 10 Jahren männliche Vorbilder für die Jungs fehlen, glauben die das.
a)Das resignierende Einpendeln auf ein „Funktionieren“ in einer Partnerschaft wird als normal empfunden, anstelle der Möglichkeit für eine gegenseitige Erfüllung.
Respekt und Achtung beginnen mit der Bereitschaft, den Anspruch auf Gleichheit aufzugeben und kontinuierlich darüber im Irrtum/Unrecht zu sein, wofür Du Deinen Partner hältst. Das eröffnet die abenteuerliche und erfüllende Möglichkeit, den anderen immer wieder neu zu entdecken, anstatt ihn zu dem zu machen, wer man selbst ist.( Spiegelbildfunktion ) Voraussetzung dafür ist Verständnis und Mitgefühl für das andere Geschlecht: die Missverständnisse über das eigene als auch das andere Geschlecht zu erkennen. Das Fremde des Partners willkommen zu heißen, als eine bereichernde Möglichkeit, anstatt es als Bedrohung des eigenen „Seins“ und der eigenen Werte abzulehnen.
Beispiel: Stell Dir vor Du gehst mit Deinem Partner wandern, hinter dem Wald beginnt ein großes Feld. Als Frau bist Du begeistert über die wunderschöne Aussicht und die Farbenpracht. Er stimmt dem zu und sagt, dass man bei genauem Hinschauen die Zugspitze erkennt und dass im Westen Euer Auto steht. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Du bist begeistert über diese Bereicherung und freust Dich, dass Du jetzt auch geographisch informiert bist, bzw. zusätzlich zu Deinen geographischen Kenntnissen genießt Du auch die Schönheit und das Gefühl der gemeinsamen Bewunderung. Oder aber Du regst Dich darüber auf, wie „Mann“ so banale Informationen preisgeben muss, anstatt einfach zu genießen, bzw. Du rollst mit den Augen über ihre typischen Gefühlsausbrüche.
Beide Fälle drücken die Verachtung für das Anders-Denken aus und das Recht haben wollen darüber, dass das eigene Sein besser und richtiger ist.( siehe Kapitel "Recht haben)
Erst wenn Du das Anders-Sein nicht mehr als Gefahr, sondern als Bereicherung wertest und wahrnimmst, kommst Du in den Genuss der Geschlechterkooperation. Ihr beflügelt und befruchtet Euch gegenseitig (manchmal sogar wörtlich zu nehmen). Der Mann ist begeistert über die Emotionalität der Frau, ihre Attraktivität, Weisheit und Gesprächsbereitschaft. Die Frau ist fasziniert über seine Freude an Technik und Fußball, seine Zielgerichtetheit, seine schnellen Lösungen.
Das ist leider unnormal und selten der Fall.
Allein vom Wort her ist uns die Geschlechterkonkurrenz, ja sogar der Geschlechterkampf viel vertrauter. Der Mann ist genervt über die „Was zieh’ ich bloß an Frage“, ihre Gefühlsduseligkeit und die endlosen Gespräche. Die Frau ist genervt über das wiederholte Aufrüsten des Motors, die schnellen, „pragmatischen“ Lösungen und der Besuch der Motorradschau ist nur Kinderkram.
Das hat zur Folge, dass das „Männer-Umerziehungsprogramm“ bzw. das Frauen-Ignorierprogramm“ beginnt. Jeder will dem anderen beibringen, dass es besser ist, so zu denken, zu fühlen, zu handeln und zu sein, wie es das eigene Geschlecht tut.
In einer Haltung von Achtung und Respekt respektierst Du nicht nur die Unterschiedlichkeit, sondern Du forderst und förderst sie, und das „Anders-Sein“ wird als Bereicherung des eigenen Standpunktes wahrgenommen, ja sogar eingeladen. Das Fordern und Fördern von Unterschiedlichkeit, begeistert zu unterstützen, zu entwickeln und auszudehnen, bildet die Grundlage dafür, mit dem anderen Geschlecht zu gewinnen. (Eine Ehe heißt nicht zufällig juristisch ‚Zugewinngemeinschaft’.)
Es bedeutet das Ende der Konkurrenz, des Kampfes: Du kannst aufhören, Deinem Partner zu beweisen, dass Du besser bist. Denn Du bist besser und auch nicht. In Bereichen, in denen Du besser bist, fördere den anderen und in den Bereichen, in denen der andere besser ist, lerne selbst dazu. Das entspannteuch Beide und erst dann habt Ihr die Möglichkeit, das zu tun, was jeder am liebsten tut.
Die am weitest reichende Form von Respekt und Achtung ist nicht nur das Anders-Sein anzuerkennen und zu fördern, sondern Deinen Partner sogar besser zu stellen, d.h., ihn/sie über Dich zu stellen. Wenn beide das immer wieder tun, steht Ihr dauerhaft nebeneinander. Das setzt allerdings Vertrauen voraus. Ihr könnt die im Leben und in der Partnerschaft immer wieder auftauchenden engen Türen oft nur jeweils hintereinander durchschreiten.
So seid ihr Euch immer wieder gegenseitige Vorteilsgeber.
Um dauerhaft im Kontext von Respekt und Achtung zu leben und zu sein braucht es Zeit und Übung; um wach zu sein über Deine eigene Selbstverleugnung. Um wach zu sein über Deine Selbstverachtung und die von anderen und diese aufzulösen und aufzugeben. Damit ermöglichst Du Dir und Deinem Partner ungeahnte Möglichkeiten für Erfolg und Erfüllung in Deiner Partnerschaft und Deinem Leben.
